EU-Holzhandelsverordnung gegen illegalen Einschlag

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EUTR-Verordnung gegen Illegalität

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Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR)

Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR – Verordnung (EU) Nr. 995/2010) ist eine Verordnung der Europäischen Union vom 20. Oktober 2010, die den Handel mit Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag in der EU unterbinden soll.

Gemäß der EUTR ist es verboten, Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr zu bringen. Die Verordnung gilt für Holz und Holzerzeugnisse, die erstmals auf den EU-Markt gebracht werden

 

Die EU Holzhandelsverordnung (EUTR) – Überblick

Welche Schäden verursacht illegaler Holzeinschlag?

Der illegale Holzeinschlag – d. h. die Gewinnung von Holz, die gegen Gesetze bzw. Vorschriften im Herkunftsland verstößt – hat schwerwiegende wirtschaftliche, ökologische und soziale Folgen für einige der wertvollsten verbleibenden globalen Waldbestände und die Gemeinschaften, die von ihnen abhängen.

Warum muss die Europäische Union handeln?

Die EU ist ein wichtiger Exportmarkt für Länder, in denen illegaler Holzeinschlag zur Normalität gehört. Wenn wir dieser Praxis tatenlos zusehen, unterstützen wir derartige kriminelle Handlungen stillschweigend und unterwandern Bemühungen, in einigen der ärmsten holzproduzierenden Ländern der Welt Recht und Ordnung durchzusetzen.

Was unternimmt die EU

2003 verabschiedete die EU den FLEGT (Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor) Aktionsplan , in dessen Rahmen eine Reihe von Maßnahmen festgelegt sind, um illegal geschlagenes Holz von den Märkten fernzuhalten, das Angebot von legal geschlagenem Holz zu verbessern und die Nachfrage nach Holzerzeugnissen aus verantwortungsbewusster Bewirtschaftung anzukurbeln.

Die beiden Kernkomponenten des Aktionsplans sind die EU-Holzhandelsverordnung sowie die Freiwilligen Partnerschaftsabkommen (FPA). Bei den FPA handelt es sich um Handelsvereinbarungen mit holzexportierenden Ländern, die dazu beitragen, illegal geschlagenes Holz vom europäischen Binnenmarkt fernzuhalten.

Im Rahmen der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) ist Holz mit FLEGT-Lizenz oder CITES-Genehmigung (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) von der EUTR ausgenommen.

 

Abgeleitete Rechtsvorschriften

Die EUTR wird durch zwei weitere Rechtsakte ergänzt, in denen detailliert auf besondere Aspekte eingegangen wird:

  1. Verordnung zu den Verfahrensvorschriften für die Anerkennung und den Entzug der Anerkennung von Überwachungsorganisationen:
    Delegierte Verordnung der Kommission (EU) Nr. 363/2012
  2. Verordnung zur einheitlichen Durchführung der Rechtsvorschrift:
    Durchführungsverordnung der Kommission (EU) Nr. 607/2012

 

Was die Rechtsvorschrift im einzelnen besagt:

Gemäß der neuen EU-Holzhandelsverordnung (EUTR – Verordnung (EU) Nr. 995/2010 ) ist es verboten, Holz und Holzerzeugnisse aus illegal geschlagenem Holz auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr zu bringen. Die EUTR gilt für Holz und Holzerzeugnisse, die erstmals auf den EU-Markt gebracht werden. Sie bekämpft den Handel mit Holz und Holzerzeugnissen aus illegal geschlagenem Holz durch die Einführung dreier wichtiger Verpflichtungen:

  1. Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag erstmalig auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr zu bringen, ist verboten.
  2. EU-Marktteilnehmer – d. h. diejenigen, die Holzerzeugnisse erstmalig in die EU einführen – unterliegen der so genannten „Sorgfaltspflichtregelung“.
  3.  Händler –  d. h. diejenigen, die Holz und Holzerzeugnisse kaufen bzw. verkaufen, die bereits auf dem Markt sind – müssen Informationen über ihre Lieferanten und Kunden aufbewahren, um die problemlose Rückverfolgbarkeit des Holzes zu gewährleisten.

Welche Produkte sind betroffen?

Die Rechtsvorschrift gilt für Holz und Holzerzeugnisse, die in der EU hergestellt oder aus Drittländern eingeführt werden. Holz, das mit einer FLEGT -Lizenz oder einer CITES -Genehmigung versehen ist, erfüllt die Vorschriften der Verordnung.

Die Rechtsvorschrift gilt für eine große Bandbreite an Holz und Holzerzeugnissen. Gleichwohl werden nicht alle Hölzer und Holzerzeugnisse erfasst. Eine umfassende Auflistung der betroffenen Produkte ist hier zu finden.

Welche Produkte sind nicht betroffen?

Eine umfassende Auflistung der nicht betroffenen Produkte ist hier zu finden.

 

Wer ist betroffen

Die Verordnung unterscheidet beim Handel mit Holz und Holzerzeugnissen zwischen zwei Kategorien: Marktteilnehmer und Händler. Marktteilnehmer bringen Holz bzw. Holzerzeugnisse erstmalig auf dem Binnenmarkt in Verkehr und tragen infolgedessen den Großteil der Verantwortung. Indes müssen Händler – die Holz bzw. Holzerzeugnisse verkaufen, die bereits in Verkehr gebracht wurden – lediglich dokumentieren, von wem bzw. wem sie Holz kaufen und verkaufen.

Marktteilnehmer

Sie bringen Holz bzw. Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr.

Ihre Pflichten

Sie unterliegen einer Sorgfaltspflicht, wenn Sie Holz auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr bringen. Dabei müssen Sie alle gebotene Sorgfalt walten lassen, um die Risiken zu begrenzen, dass das Holz aus illegalem Holzeinschlag stammt bzw. erzeugt wird. Demgemäß haben Sie ein Risikomanagementsystem zu implementieren, das als die Sorgfaltspflichtregelung bezeichnet wird und auf Folgendem beruht:

Zugang zu Informationen: Der Marktteilnehmer muss Zugang zu Informationen über Holz und Holzerzeugnisse, das Land des Holzeinschlags (und ggf. die nationale Region des Holzeinschlags und die Konzession), Baumarten, Mengen, Einzelheiten zu den Lieferanten sowie über die Einhaltung der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften besitzen.

Risikobewertung: Der Marktteilnehmer hat das Risiko, dass illegal geschlagenes Holz in seine Lieferkette gerät, anhand der oben genannten Informationen und unter Berücksichtigung der Risikokriterien laut EUTR zu bewerten.

Risikominderungsverfahren: Sofern sich bei der Bewertung ergibt, dass das Risiko des illegalen Holzeinschlags in der Lieferkette nicht unerheblich ist, lässt sich dieses Risiko durch zusätzliche Maßnahmen, darunter die Anforderung zusätzlicher Informationen und Nachprüfungen vom Lieferanten, weiter verringern.

Händler

Sie verkaufen bzw. kaufen Holz oder Holzerzeugnisse, die bereits auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr gebracht wurden, zu gewerblichen Zwecken.

Ihre Pflichten

Sie müssen Informationen über Ihre Lieferanten und Kunden aufbewahren, damit die problemlose Rückverfolgbarkeit Ihres Holzes gewährleistet ist.

Diese Angaben haben Sie mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren.

Die Informationen werden jedoch lediglich für den Zeitraum bis zur letzten Verkaufstransaktion zwischen Unternehmen benötigt. Der Verkauf an Endkunden muss nicht protokolliert werden.

Wie Sie als Marktteilnehmer ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und umsetzen

Die Marktteilnehmer können ihre eigene Sorgfaltspflichtregelung entwickeln – d. h. eine Reihe von Maßnahmen und Verfahren zur effektiven Risikominimierung – oder auf das System einer Überwachungsorganisation zurückgreifen.

Als Händler müssen Sie lediglich Aufzeichnungen über das Unternehmen aufbewahren, von dem Sie Holzerzeugnisse erwerben. Gleiches gilt für die Unternehmen, an die Sie Holzerzeugnisse verkaufen.

Sofern Sie Marktteilnehmer sind, tragen Sie mehr Verantwortung. In diesem Fall unterliegen Sie einer Sorgfaltspflicht, um sicherzustellen, dass das Holz Ihrer Erzeugnisse auf legalem Wege geschlagen wurde.

Ihre Sorgfaltspflichtregelung muss dabei die folgenden Komponenten enthalten:

Zugang zu Informationen: Sie müssen Zugang zu den folgenden Informationen über Ihr Holz besitzen

  • Beschreibung (einschließlich Handelsbezeichnung, Produktart sowie des gängigen Namens/des vollständigen wissenschaftlichen Namens der Art);
  • Land des Holzeinschlags (und gegebenenfalls die Region, in der das Holz geschlagen wurde, sowie die Konzession für den Holzeinschlag, d. h. jegliche Vereinbarung, die das Recht verleiht, in einem bestimmten Gebiet Holz zu schlagen);
  • Menge (ausgedrückt in Volumen, Gewicht oder Anzahl Produkteinheiten);
  • Name und Anschrift Ihres Lieferanten;
  • Name und Anschrift des Käufers/Händlers), der das Holz erwirbt;
  • Dokumente oder andere Nachweise dafür, dass dieses Holz und diese Holzerzeugnisse den geltenden Rechtsvorschriften entsprechen. Was als „Dokumente oder sonstige Nachweise“ zu betrachten ist, geht aus Abschnitt 4 des Leitfadens anhand einiger Beispiele hervor.

Risikobewertung: Sie haben das Risiko zu analysieren und zu bewerten, dass Ihr Holz aus illegalem Holzeinschlag stammt. Bei dieser Bewertung haben Sie das Holz anhand der folgenden Kriterien zu beurteilen:

  • Zusicherung der Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften, beispielsweise über eine Zertifizierung oder über sonstige von Dritten überprüfte Regelungen, die die Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften umfassen;
  • Häufigkeit von illegalem Holzeinschlag bei spezifischen Baumarten;
  • Häufigkeit von illegalem Holzeinschlag oder illegalen Praktiken beim Holzeinschlag in dem Land und/oder in der Region des Landes, in dem/der das Holz geschlagen wurde, einschließlich Berücksichtigung der Häufigkeit von bewaffneten Konflikten;
  • vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen oder vom Rat der Europäischen Union verhängte Sanktionen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Holz;
  • Komplexität der Lieferkette des Holzes und der Holzerzeugnisse.

Risikominderungsverfahren: Wenn Sie der Auffassung sind, dass das Risiko, illegal geschlagenes Holz auf den Markt zu bringen, nicht unerheblich ist, müssen Sie Maßnahmen zur Risikominderung ergreifen. Diese können Folgendes umfassen:

  • Anforderung zusätzlicher Informationen von Ihren Lieferanten;
  • Anforderung zusätzlicher Dokumente von Ihren Lieferanten;
  • Überprüfung durch Dritte usw.

 

BM TRADA bietet Seminare für die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) sowie PEFC an. Falls Sie Fragen haben oder ausführlichere Informationen wollen können sie uns gerne Anrufen.

 

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BM TRADA als ein britisches Unternehmen mit weltweiter Präsenz zu wählen bedeutet für sie, mit einem wichtigen internationalen Zertifizierungsunternehmen zusammenzuarbeiten, das eine große Bandbreite von durch UKAS akkreditierten Zertifizierungssystemen und eine beeindruckende Leistung bei Managementsystemen, Produktionskontrollen und Lieferkettenzertifizierungen vorweisen kann.

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